Das Geschwafel von der KI – der „künstlichen Intelligenz“

„Chancen und Risiken liegen bei der KI-Kreativität also nah beieinander, gerade weil Algorithmen im Gegensatz zum Menschen ohne Selbsterkenntnis agieren. »Es gibt auch nichts, dass darauf hindeutet, dass Deep Learning irgendwann ein Bewusstsein für sein Tun aufbauen wird«, weiß François Pachet. Gerade das wird jedoch zu einem goldenen Kreativzeitalter führen. Denn gute Kunst bewegt, provoziert und fordert heraus – keine Kunst wird die Menschheit mehr herausfordern als geniale Werke, produziert von geistlosen Maschinen.“

Tobias Landwehr @ Spektrum

Da kann die Arbeiterklasse wieder nur gähnen: Seit der Industrialisierung wissen wir, dass es kaum auf die Technik ankommt. Wie man sie benutzt, ist entscheidend. Und auf welcher geistigen Basis baut eine Entwicklung in unserer Zeit wohl maßgeblich auf?

Wir erleben während der „Entwicklung“ der „KI“ etwa die selben Erscheinungen, wie sie wahrscheinlich die Menschen in Mesopotamien erleben konnten, immer wenn dort eine neue politische Religion oder ein neuer Kirchenstaat die Welt erblickte: Die Menschen schufen sich als politisches Druckmittel einen neuen Gott, oder immer den selben neu, man weiß es nicht, und schließlich passierte das Folgende: Sie unterwarfen sich ihrer eigenen Kreation und forderten das selbe von anderen. Damit entstand der moderne Staat, der bis in die heutige Zeit die Entwicklung der Menschheit mit Verzerrung der Realitätswahrnehmung durch seinen Selbstzweck erschüttert.
Der selbe Prozess läuft heute ab: Menschen der Oberschicht forschen aus reiner Langeweile heraus, an Dingen, zu denen sie nur deshalb befähigt sind, weil andere leiden, indem ihr Leben ohne interessante Forschung auskommen muss – unser Leben, das der Arbeiterklasse weltweit, ist geprägt vom Heranschaffen der nötigen Ressourcen für diese Forschung, egal ob nun Dienstleistungen, oder Edelmetalle aus Kriegsgebieten.
Schließlich und endlich ist es diese Spaltung der Gesellschaft, die Tatsche, dass nicht alle gleichermaßen Anteil an dieser famosen „KI“ haben und dass sie – genau wie die „Rationalisierung“ zur Zeit der Inudstrialisierung, nur im Sinne der Herrschenden und Besitzenden und gegen uns eingesetzt werden wird, weil wir ja gar nicht die finanziellen Mittel zum Einsatz der „KI“ aufbringen können. Das Limit jeder neuen Entwicklung ist bereits durch die Hypotheken des gestrigen Zentralismus in Geist und Organisation der Gesellschaft gesetzt. Absolutistische Gedankenmuster prägen die Entwickler – sie denken nicht neu, sondern auf Basis ihrer ins Unterbewusstsein abgerutschten Alltagserfahrung. Und die sieht nun mal folgendermaßen aus: Es gibt einen Gott. Es gibt einen Staat. Es gibt zu viele Menschen auf der Welt. Konkurrenz belebt das Geschäft. Kapitalismus ist alternativlos. Erbsünde. Schuld. Krieg ist unvermeidbar. Man kann gegen Terror mit noch mehr Terror zu Felde ziehen. Politiker regeln unser Leben für uns. Gesetz ist gerecht. Und viele weitere Ideologeme der Herrschaft des Menschen über den Menschen reihen sich in Versatzfetzen im Kopf der ihnen nicht bewussten Forscher. Sie haben sich in ihrem Leben auf Computertastaturen und Uni-Alltag konzentriert. Sie haben keine Ahnung, wie die Welt „da draußen“ überhaupt aussieht und das selbe trifft auf die Presse zu. Die Gedanken die sich „Spektrum“-Autor Tobias Landwehr gemacht hat, zu diesem Kunstqutasch mit Platine sind sowas von gestern, dass man nicht weiß, ob man über dieses nichtvorhandene Geschichtsbewusstsein lachen oder weinen sollte.

Letztendlich kommt auf die Menschen durch eine etwaige „KI“, die ja nur graduelle Unterschiede zu aktuellen Rechnern aufweist und im Grunde auf den römischen Rechenschieber herabredzuziert werden kann, nur eine neue Welle abstrakten – also realitätsflüchtigen – Denkens zu. Vergessen sind bei „selbstständigen“ Rechnern vor allem jene, die dafür ihr Leben damit verbringen in Minen und Fabriken zu schuften. Und letztendlich wird diese Entwicklung nur jenen dienen, denen sie „gehört“, also den Herrschenden und Besitzenden, Großkonzernen, Bonzen, Staaten, Kirchen.
Es ist denkbar, dass die Arbeiterklasse durch „Kultur“ aus dem Computer noch weiter von ihren Bedürfnissen und ihrer Lebensrealität entfernt werden wird, als es Pop-Idioten und „News“ bereits sowieso schon geschafft haben. Sie selbst aber werden an der Entwicklung keinen Anteil nehmen und deshalb wird diese Entwicklung auch wie die Entwicklung der Maschinen die wir vor hundert Jahren bedient haben, über unseren Willen einfach hinweggehen.

Deshalb können wir nur wieder müde lächeln, denn wir wissen, dass gesellschaftlicher Fortschritt in Wahrheit nicht in lustig blinkenden und Müll ausscheißenden Rechnern liegt, sondern zwischen Menschen stattfindet. Alles andere ist Ersatzbefriedigung, die vom eigenen Leben ablenkt und damit auch von den Problemen, die es wirklich anzugehen gilt.

Wenn Landwehr von „geistlosen Maschinen“ schreibt, dann frage ich mich, wen er meint. Diejenigen, die wie „geistlose Maschinen“ für die Illusion die Geld ihnen gibt, schuften müssen, oder vielleicht die neuen Plastik- und Metallausgaben ihrer Arbeitskraft, die dann einen noch größeren Konkurrenzdruck entfachen werden und noch mehr Armut mit sich bringen werden und noch mehr den Eindruck erwecken werden, als sei die Erde „überbevölkert“…

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