Reihe Kiosk 0: Blick übers Kioskregal

Ich geh Kiosk.

In den letzten beiden Besprechungen ging es um das aktuelle Philosophie Magazin mit dem Thema „Arbeit“ und um das aktuelle Shift Magazin mit dem Thema „Wirtschaft“ / „Wohlstand“. In der nächsten Besprechung geht es um das seit Juli 2015 erscheinende transform – Magazin für das Gute Leben, mit der ersten Ausgabe, ebenfalls mit dem Thema „Arbeit“.

Die Hefte sind zunächst ganz unterschiedlich. Das Philosophie Magazin hat eine weitestgehend abstrakte Sichtweise, die dem akademischen Duktus entsprechend nicht über Marx und Hegel hinausgelangt und kaum progressive eigene Gedanken formuliert. Das Shift Magazin ist lediglich Sprachrohr kleinbürgerlicher Interessen und hipper Heuchelei aus dem Springer Konzern.
Dem gegenüber steht das transform mit dem authentischen Willen zur Veränderung. „Wir brauchen eine ‚Transformation‘ der Gesellschaft“ heißt es.
Rein äußerlich unterscheiden sich Shift und transform wenig – beide sind aus festem Papier hergestellt, beide gleichen sich im Format, welches eher einem Buch ähnelt, beide sind ansprechend bebildert – das Shift jedoch überfrachtet mit pseudo-radikalem Style, das transform eher dezent in Richtung Bastelei.
Das transform ist trotz seines kritischen Inhalts ~ 130 Seiten lang seriös. Inhaltsverzeichnis und Impressum sind vollständig und übersichtlich. Im Gegensatz zu rigoristischen Publikationen aus den vorherrschenden Politszenen muss man sagen, dass es einige Fehler der Vergangenheit geschickt vermeidet: Das Heft ist nicht überladen mit Symbolen und Marken der Linken oder der Anarcho-Szene, womit es Offenheit schafft und Raum für Neues lässt. Auch das häufig mit der Dienstbeflissenheit eines Politkommissars durchexerzierte „Gendern“ erhält im transform angenehme Brüche – es geht also auch ohne 100%ige Unterwerfung der Persönlichkeit und ihres Ausdrucks. Darin bestätigt sich der gesamtgesellschaftliche Bezug des Hefts. Weiterhin ist das Lay Out professionel und angenehm zu lesen – keine Bleiwüste für trockene Intellektuelle, sondern ein Magazin welches wirklich Lust auf den Inhalt weckt!

Cover div.

Gehst du Kiosk? In der Frühphase dieses Logs entstanden spontan Besprechungen aktueller Zeitschriften vom anarcho-syndikalistischen Standpunkt aus. Daraus wird ab 2016 eine Reihe, die man bspw. als Pendler in den „Öffentlichen Verkehrsmitteln“ bequem ausführen kann. Ich kann hierin auch andere Lohnabhängige motivieren, die sich publizistisch betätigen wollen, zu den aktuellen Veröffentlichungen nicht zu schweigen. Diese Tätigkeit kann bequem auf dem Weg zur Lohnarbeit und zurück voran getrieben werden. Für Pendler bspw. ideal.

 

Beim Lesen hält man am Besten immer einen kleinen Zettel und Stifte bereit, damit man Gedanken zum Gelesenen sofort fixieren kann. Später findet man an Ort und Stelle wichtige Zitate wieder. Grell gefärbte Haftnotizen helfen beim Strukturieren des Heftes.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gerade in den Gedanken jener, die nicht mit ihrem politischen Glaubensbekenntnis hausieren gehen, finden sich interessante, originelle Gedanken.

 

 

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